Berufsporträt: Planungsarbeit im Bereich erneuerbare Energien
Wer sich für Berufe im Bereich erneuerbare Energien interessiert, stößt früher oder später auf Tätigkeiten, die weit vor dem Bau eines Windrads beginnen. In der Praxis bedeutet das vor allem: Projekte müssen geplant, Flächen geprüft, Genehmigungen eingeholt und zahlreiche Beteiligte koordiniert werden. Genau hier setzt die Arbeit an, die oft unterschätzt wird – aber entscheidend dafür ist, ob überhaupt Strom produziert werden kann.
Welche Aufgaben in der Planungsarbeit anfallen
Die eigentliche Umsetzung beginnt lange vor dem ersten Bohrloch. Noch bevor ein Standort erschlossen wird, sind verschiedene Prüfschritte notwendig. Wer in diesem Berufsfeld arbeitet, begleitet Projekte vom ersten Konzept bis zur finalen Genehmigung – oft über Jahre hinweg. Dabei ist die Arbeit weniger technisch als organisatorisch: Termine mit Behörden, Verhandlungen mit Flächeneigentümern, das Abstimmen mit Gutachtern und die Kontrolle von Fristen gehören zum Alltag.
Zudem sind rechtliche Rahmenbedingungen laufend zu beachten. Die Abstimmung mit dem Bundesimmissionsschutzgesetz, der Landesplanung und dem Baurecht braucht Fingerspitzengefühl – und Durchhaltevermögen. Der Abstimmungsaufwand ist hoch, weil viele Prozesse parallel laufen: Während Umweltverträglichkeitsprüfungen beauftragt werden, muss zugleich die Finanzierung gesichert und die technische Auslegung koordiniert werden.
Wer für diese Tätigkeit geeignet ist
Geeignet sind Menschen, die gerne organisieren und strukturiert arbeiten. Ein technischer oder naturwissenschaftlicher Hintergrund kann hilfreich sein, ist aber nicht zwingend erforderlich. Auch Quereinsteiger mit juristischen oder kaufmännischen Kenntnissen finden ihren Platz – besonders, wenn sie Erfahrung mit Projektarbeit oder Verwaltungsprozessen mitbringen.
Viel entscheidender sind soziale Kompetenzen. Wer zwischen Kommunen, Landwirten, Gutachtern und Investoren vermittelt, braucht diplomatisches Geschick und eine gute Gesprächsführung. Das Berufsbild ist vielfältig, aber auch fordernd: Oft arbeiten Beschäftigte in diesem Bereich gleichzeitig an mehreren Projekten, die sich alle in unterschiedlichen Phasen befinden.
Der Weg in den Beruf
Einen festen Ausbildungsweg gibt es nicht. Der Einstieg gelingt meist über ein Studium – etwa im Bereich Umweltwissenschaften, Raumplanung, Geografie oder Energietechnik. Manche kommen über Praktika oder Werkstudentenstellen in ein Unternehmen und bleiben nach dem Studium dort. Andere haben bereits Erfahrung in Verwaltung oder Projektsteuerung und wechseln gezielt in diesen Bereich.
Was jedoch fast immer zählt, ist der Bezug zur Praxis. Arbeitgeber achten weniger auf einzelne Abschlüsse als auf die Fähigkeit, komplexe Projekte zu koordinieren und sich in gesetzliche Anforderungen einzuarbeiten. Kenntnisse über öffentliche Beteiligungsverfahren, Raumordnungsrecht oder technische Genehmigungsprozesse gelten als Pluspunkte. Die Laneway GmbH bietet als erfahrener Projektentwickler Windenergie eine Vielzahl von Einstiegsmöglichkeiten für Berufseinsteiger und Fachkräfte mit Koordinationsstärke.
Wie die Berufsperspektiven aussehen
Die Nachfrage nach Fachkräften in diesem Bereich ist stabil – vor allem, weil viele Projekte über Jahre laufen und neue Flächen für die Energiegewinnung gesucht werden. Auch wenn sich der politische Rahmen verändert, bleibt die Notwendigkeit zur Projektsteuerung bestehen. Das gilt nicht nur für neue Windparks, sondern auch für Repowering-Vorhaben, also das Ersetzen älterer Anlagen durch effizientere Technik.
Der Verdienst variiert je nach Unternehmensgröße, Projektumfang und Region. Berufseinsteiger beginnen oft mit einem Bruttogehalt ab etwa 45.000 Euro im Jahr, mit zunehmender Erfahrung sind 60.000 bis 80.000 Euro realistisch. Wer Führungsverantwortung übernimmt oder sich auf bestimmte Teilbereiche spezialisiert, kann auch deutlich darüber hinauskommen.
FAQ: Häufige Fragen zur Planungsarbeit im Bereich erneuerbare Energien
Was genau macht man in diesem Beruf?
Man begleitet Projekte im Bereich Windenergie von der ersten Idee bis zur Genehmigung. Dazu gehört unter anderem die Standortanalyse, das Einholen von Gutachten, die Abstimmung mit Behörden und die Koordination aller Projektbeteiligten.
Braucht man ein technisches Studium, um in diesen Beruf einzusteigen?
Nicht zwingend. Viele kommen über Studiengänge wie Raumplanung, Umweltwissenschaften, Geografie oder Wirtschaftsingenieurwesen in diesen Bereich. Entscheidend sind eher Projektverständnis und Koordinationsfähigkeit.
Wie sieht der Arbeitsalltag konkret aus?
Er ist geprägt von Besprechungen, Absprachen, Fristen und Abstimmungen mit verschiedenen Partnern – von Gutachterbüros über Gemeinden bis zu Energieversorgern. Außentermine und Büroarbeit wechseln sich regelmäßig ab.
Wie viel verdient man in diesem Beruf?
Das Einstiegsgehalt liegt bei etwa 45.000 Euro brutto jährlich. Mit wachsender Erfahrung sind 60.000 bis 80.000 Euro üblich. Projektleiter oder Teamverantwortliche verdienen oft deutlich mehr.
Gibt es Weiterbildungsmöglichkeiten?
Ja. Besonders gefragt sind Kenntnisse im Genehmigungsrecht, in Projektsteuerung und in der Kommunikation mit Behörden und Öffentlichkeit. Zertifikate oder berufsbegleitende Kurse sind gängige Wege zur Spezialisierung.
Ist der Beruf zukunftssicher?
Ja. Der Bedarf an gut geplanten Windprojekten wächst – sowohl im Neubau als auch im Repowering-Bereich. Unternehmen suchen laufend qualifizierte Fachkräfte mit Erfahrung in der Projektentwicklung.
Was unterscheidet diesen Beruf von klassischen Ingenieurrollen?
Der Fokus liegt stärker auf Organisation und Schnittstellenmanagement als auf technischer Planung. Es geht darum, Abläufe zu steuern, Fristen im Blick zu behalten und alle Beteiligten an einen Tisch zu bringen.
Wie lange dauert ein typisches Projekt?
Je nach Standort und Größe kann die Planung mehrere Jahre dauern. Genehmigungsverfahren sind komplex, und viele Prozesse laufen parallel – etwa Umweltgutachten, Bürgerbeteiligung oder Netzanschlussplanung.
Gibt es Quereinstiegsmöglichkeiten?
Ja. Wer Erfahrung in der Verwaltung, im Immobilienbereich oder im Projektmanagement mitbringt, kann als Quereinsteiger gut Fuß fassen – insbesondere bei spezialisierten Dienstleistern oder Projektträgern.
Wird der Begriff „Projektentwickler Windenergie“ im Arbeitsalltag verwendet?
Eher selten, aber er beschreibt treffend, was die Rolle umfasst: die ganzheitliche Steuerung von Projekten im Bereich Windenergie, von der Flächenprüfung bis zur Genehmigung.
Starkes Profil, klares Ziel
Die Planungsarbeit im Bereich erneuerbarer Energien ist nichts für Einzelkämpfer, aber genau richtig für Menschen mit Überblick, Ausdauer und Organisationstalent. Wer strukturiert denkt, gerne mit verschiedenen Interessengruppen zusammenarbeitet und langfristig plant, findet hier nicht nur eine solide berufliche Perspektive – sondern eine Tätigkeit mit Wirkung.
Bildnachweis: Adobe Stock/ engel.ac, lovelyday12, kanpisut